Der 3:1 Erfolg am Böllenfalltor gegen den SV Darmstadt 98 ist die halbe Miete. Heute soll die zweite Hälfte folgen. Das gelingt aber nur, wenn die Profis von Norbert Meier genauso konzentriert zu Werke gehen, wie am Freitag in Darmstadt. Denn der leidgeprüfte Arminiafan erinnert sich noch zu gut an die Relegation 1977 gegen den TSV 1860 München. Nach einem 4:0 Hinspielsieg folgte ein 0:4 im Rückspiel und ein 0:2 im damals noch üblichen Entscheidungsspiel.

Im Gegensatz zu 1977 geht es dieses Mal jedoch gegen den Abstieg, der wohl vor allem finanziell ein Katastrophe für die überraschend gut in die Saison gestartete Arminia wäre. Doch nach dem neunten Spieltag und Tabellenplatz drei folgten sieben Niederlagen in Folge und der Absturz auf Platz siebzehn, den die Arminen nur kurzeitig noch einmal verließen. Ab dem 24. Februar übernahm dann Norbert Meier den Trainerposten. Viele Fans – auch ich – sahen die Entlassung von Stefan Krämer zwar richtig, die Verpflichtung von Norbert Meier jedoch mehr als kritisch. In meinem Empfinden war er eben nicht der Feuerwehrmann, den Arminia jetzt brauchen würde.

Meier bringt Konstanz zurück – Klos überragend

So wunderte es auch nicht, dass Meier zu Anfang das von Krämer genutzte 4-2-3-1 weiter fortführte und bis auf den Sieg gegen Aue auch keinen zählbaren Erfolg erzielte. Erst gegen den 1. FCK stellte Meier auf ein 4-1-4-1 um, was dem Spiel der Arminia deutlich zu gute kam. Der unverhoffte Punktgewinn in Kaiserslautern war so etwas wie die Trendwende, auch wenn keine Überraschungssiege folgten. Denn trotz der offensiveren Aufstellung war die Defensive stabiler und ließ nur noch wenige Gegentore zu. Mit dem 4:1 in Bochum begann dann die unglaubliche Aufholjagd mit sieben Punkten aus drei Spielen. Vor allem der Sieg in Dresden zeigte deutlich, dass die Truppe wieder an sich glaubte. Fabian Klos spielt ein grandioses Saisonfinale und hat neben Norbert Meier wohl den größten Anteil am Erreichen der Relegation.

Müller und Schütz mit Selbstvertrauen – Hübener zurück

Vor allem Christian Müller wirkt seit der Systemumstellung wie aufgedreht, leitete den Sieg in Bochum mit einem Günter-Netzer-Gedächtnispass ein und traf selbst zum Endstand. Tom Schütz scheint sich ohne Nebenmann auf der Sechs deutlich wohler zu fühlen und Thomas Hübener, der sich gefühlt bereits mit Arminia überwarf, findet zu alter Stärke zurück. Auch das ist Norbert Meier zuzurechnen, dem es augenscheinlich gelingt, auch die Spieler, die derzeit auf der Bank oder der Tribüne sitzen, dazu zu bringen, alles dem Erfolg des Teams unterzuordnen.

Auch die Tatsache, dass Ben Sahar und Kacper Przybyłko über einen Verbleib nachdenken, spricht für die neue sportliche Leitung. Hoffen wir, dass man Meier ermöglicht, in der nächsten Saison mehr als nur den Relegationsplatz zu erreichen. Zu wünschen wäre es ihm. Und der Arminia.

Und jetzt nur nicht nervös werden

Heute Abend stellt die Arminia die Weichen für die Zukunft. Selbst mit einer knappen Niederlage gibt es auch in der nächsten Saison Zweitligafußball auf der Alm. Es kann ganz einfach sein: Ein frühes Tor und nur nicht nervös werden.

4 KOMMENTARE

  1. Da brennt nix mehr an. Solange NM nicht mauern lässt und wir D98 nicht das Spiel machen lassen gewinnen wir das Ding.

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