Angela Merkel will ihn treffen, James Cameron ebenfalls und François Hollande sowieso. Nur nicht auf einem offiziellen Gipfel. Der neue kalte Krieg ist längst auf dem Weg und die NATO scheint ihn zu brauchen.

Vladimir Putin ist derzeit Persona non grata in Europa. Ausgeschlossen aus der G8, stigmatisiert als Aggressor in der Ukraine und von den ehemaligen Verbündeten mit (wirkungslosen) Sanktionen belegt. Der Preis für eine Wiederannäherung wird hoch sein und der Gesichtsverlust, der den Europäern droht, immens.

Die deutsche Außenpolitik wird ad absurdum geführt

Statt mit Russland gemeinsame Strategien zur Lösung der Ukraine-Krise zu finden, ist der Ton aus Berlin ungewöhnlich scharf. Angela Merkel will Putin ins Gebet nehmen. Statt das mit Obama aufgrund der obsessiven Ausspähung der Bevölkerung durch die NSA zu tun, spricht die deutsche Kanzlerin bei ihrem Kurztrip Anfang Mai lieber über die Ukraine-Krise. Sie lässt sich sogar von John McCain als Schande beschimpfen. Der Republikaner und ehemalige Präsidentschaftskandidat mokiert sich über die engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis unsere Kanzlerin wie üblich vor dem großen Bruder einknickt und voll auf die amerikanische Linie einschwenkt. Wer ernsthaft der Meinung ist, Angela Merkel sei eine Eiserne Lady, der lebt augenscheinlich auf dem Mond.

Putin sucht sich lieber neue Partner

Während sich die NATO-Mitglieder auf Putin als Bösewicht festlegen, schließt dieser einen Gasvertrag mit China über dreißig Jahre und mit einem Volumen von geschätzten 400 Milliarden US-Dollar ab. Das könnte fatale Folgen für Europa haben, falls Russland sich entschließen sollte, sein Gas nicht mehr nach Westen sondern nach Asien zu verkaufen. Die in der Folge daraus resultierenden höheren Gaspreise würden die einfachen Bürger tragen und dem umstrittenen Fracking in Europa – natürlich alternativlos – Tür und Tor öffnen. Profiteure dürften damit amerikanische Unternehmen sein.

Die NATO, angeführt durch die USA, forciert durch weitere Truppenstationierungen in Osteuropa einen neuen kalten Krieg. Einen kalten Krieg, der ausgerechnet durch die Bürger der DDR zum großen Teil beendet wurde. Eine – zudem völlig grundlose – Neuauflage dieses Albtraums wird Europa destabilisieren.

Und das alles nur, weil sich unsere Politiker wie Kleinkinder im Sandkasten um Förmchen streiten.

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