Wie Ihr alle wisst, haben Oliver Flesch und ich bei Change.org eine Petition gestartet, die Alice Schwarzer auffordert, Ihr Bundesverdienstkreuz zurückzugeben. Im Grunde eine gute Sache, davon war auch Luka Peters überzeugt. Bis Bushido der gleichen Meinung war. Eine Stilblüte der Political Correctness.

Wenn mein Feind für etwas ist, muss ich dann dagegen sein? Das ist eine gute Frage, die Luka Peters, Autor für Irgendwas mit Medien, scheinbar als völlig richtig ansieht. Und weil der böse Bushido unsere Petition nicht nur gezeichnet sondern auch noch öffentlich gefördert hat, will Luka sein Förmchen – in diesem Fall also seine Unterschrift – zurückhaben.

Dass mich niemand falsch versteht: Herr Peters kann seine Unterschrift gern zurücknehmen. Das bleibt ihm unbenommen. Die Argumentation ist für mich jedoch unverständlich. Was wäre denn, wenn die NPD jetzt plötzlich auch gegen unsere Petition wäre? Ja dann wäre der Luka schon in einer dummen Situation. Er müsste jetzt entscheiden, ob er lieber für Bushido oder lieber für die NPD wäre. Dumm gelaufen.

Habt Ihr denn alle kein eigenes Ich?

Ich will hier jetzt nicht wirklich Luka-Bashing betreiben (na gut, ein wenig schon). Es geht mir um etwas anderes. Haben die Leute da draußen keine eigene Meinung mehr? Ist die Political Correctness mittlerweile so in den Köpfen, dass man nicht für etwas sein kann, für das auch Bushido ist?

Es ist schon beängstigend, dass freie Menschen keine freie Meinung mehr haben. Da werden Überzeugungen über Bord geworfen, weil ein medialer Bösewicht diese Überzeugungen teilt. Luka ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir uns in eine Meinungsdiktatur hineinbegeben, in der wir, möglichst ohne anzuecken und ohne aufzufallen, dem Mainstream folgen sollen. Er selbst kann vermutlich nichts dafür, er wurde so gemacht. Ich verstehe die Sehnsucht der Menschen, gut zu sein. Aber wenn gut sein bedeutet, dass man seine Meinung nicht mehr frei äußern darf, weil sie einer pseudointellektuellen Bohème nicht passt, dann verschwindet die Freiheit.

Durchsichtig ohne dass es jemand merkt

Es gibt – neben dem Bushido-Luka-Ding – noch andere Themen, denen man nicht konträr begegnen darf, ohne den Zorn der Guten auf sich zu ziehen. Wer sich gegen die Siedlungspolitik Israels ausspricht, ist Antisemit, wer gegen die Geldpolitik der FED argumentiert ebenso. Wer unseren Staat für eine hungrige Datenkrake hält und sich über eine Neue-Welt-Ordnung Gedanken macht, der ist ein neurechter Verschwörungstheoretiker. Trotz Edward Snowden.

Ich bin Antifeminist, weil ich glaube, dass Gleichberechtigung in der westlichen Welt annähernd erreicht ist, ich bin in den Augen vieler ein Sexist, weil ich der Überzeugung bin, dass ich einer Frau Komplimente machen und die Tür aufhalten darf, auch wenn ich sie nicht kenne.

Und da ich immer und überall meine Meinung sage und mich vom Meinungsfaschismus der Politisch Korrekten da draußen nicht korrumpieren lasse, gelte ich als böse. Aber wisst ihr was, ich fühle mich gut damit. Ziemlich gut sogar.

Bushido über Alice Schwarzer und unsere Petition

2 KOMMENTARE

Kommentar verfassen