Sprachpapst Wolf Schneider hat der geschlechtergerechten Sprache den Krieg erklärt. Für einen Deutschliebhaber wie mich, der seit Jahren die Verstümmelung der Sprache Goethes und Schillers anprangert, ist das wie Wasser auf die Mühlen. Auch, wenn man sich, angesichts des vehementen Zerstörungsversuchs der "Genderwissenschaftler", teilweise wie Don Quichotte fühlt.

Wir alle haben uns ja schon daran gewöhnt. Wir reden nicht nur von Damen und Herren sondern auch von Bürgerinnen und Bürgern. Ganz hartgesottene Genderfetischisten sprechen von Studierenden und zu allem Überfluss gibt es noch das Binnen-I, jene Verstümmelung unserer wunderbaren Sprache, die sich in so schönen Wörtern wie LehrerInnen findet.

Der Irrtum des grammatischen Geschlechts

Die Verfechter der Gleichmacherei in unserer Sprache sitzen einem fundamentalen Irrtum auf. Denn das grammatische Geschlecht hat nichts mit dem tatsächlichen zu tun. Denn wie der Titel dieses Artikels schon andeutet, heist es schließlich das Weib.

Überhaupt durchlebt ein Weib im Laufe seines Lebens jedes grammatische Geschlecht. Zuerst ist es das Mädchen, dann die Frau und zu guter letzt der Drache.

Doch auch ohne diese Exkursion in das Leben einer Frau wird schnell klar, dass das grammatische Geschlecht ausschließlich mit unserer Sprache zu tun hat. Wir sagen der Löwe, das Murmeltier oder die Schlange.

Der Klang der Sprache

Ich persönlich liebe es, alte Texte zu lesen. Ich mag auch Filme aus den sechziger Jahren, in denen die Pistole noch Ballermann heißt und in denen es Schufte, Ganoven und Charmeure gibt. Diese Form der Sprache hat einen Klang, sie macht aus einer Geschichte eine gute Geschichte. Auch für die Kommunikation untereinander ist der Ton, der die Musik macht, wichtig. Der Versuch, geschlechtergerecht zu formulieren, zerstört hingegen jeden Sprachfluss.

Stellenbeschreibung im Norddeutschen Rundfunk: „Der Intendant/ die Intendantin benennen seinen Stellvertreter/seine Stellvertreterin bzw. ihren Stellvertreter/ihre Stellvertreterin“ – das ist ein Satz der deutschen Sprache, der Unsinn ist. Dieser Unsinn hat abgeschafft zu werden!

– Wolf Schneider

Der Kampf gegen den Herrn Professorin

Die Universität Leipzig, Vorreiterin bei dem wahnwitzigen Versuch, unsere Sprache zu feminisieren, hatte letztes Jahr einen deutschlandweiten Protest auf sich gezogen. Sie erlaubt zwar männlichen Professoren weiterhin, das generische Maskulin in ihren eigenen Amtsbezeichnungen zu nutzen, in der Verfassung der Universität tauchen aber nur grammatisch feminine Personenbezeichnungen auf.

Ich habe dieser Sprache öffentlich den Krieg erklärt. Ich polemisiere dagegen, wo es nur geht. Ich finde sie Schwachsinn, von Alice Schwarzer durchgesetzter und von Gewerkschaften betriebener und von Betriebsräten, Politikern und leider auch Theologen übernommener Schwachsinn.

Die Annahme, dass die geschlechtergerechte Sprache im deutschen Sprachraum mehr Menschen als Alice Schwarzer und eine kleine Minderheit engagierter Feministinnen erfreut, ist ein Irrtum. Die Mehrheit findet sie überflüssig, eine große Minderheit lächerlich und penetrant.

-Wolf Schneider

Ich werde mich diesem Krieg anschließen. Ich werde das generische Maskulin nutzen, wann immer es richtig ist und weiterhin die Schlange sagen. Und das wird mir – vor allem beim Gedanken an Alice Schwarzer – sicherlich nicht schwer fallen.

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