Auch eine Bundeskanzlerin hat mal Geburtstag. Und da dieser Geburtstag heute und außerdem ein runder ist, ist es an der Zeit, der mächtigsten Frau der Welt mal von Herzen zu gratulieren. Auch wenn ich nicht ihr Fan bin, sie nie gewählt habe und sie auch nie wählen würde. So Angie, where will you lead us from here?

Schon die Rolling Stones widmeten der Kanzlerin 1973 mit Angie einen Song, der wie kaum ein anderes Lied auf unsere allmächtige Kanzlerin passt. Zugegeben, man muss ein paar Worte und Buchstaben im Text ändern. Die Fragen jedoch, die Mick Jagger auf seine eigene geniale Weise ins Mikrofon haucht, sind auch heute noch aktuell.

With no loving in our souls
And no money in our coats
You can’t say we’re satisfied

– Angie, Rolling Stones 1973

Das könnte jetzt natürlich auch aus Griechenland kommen. Immerhin ist die griechische Bevölkerung gerade ziemlich blank und zahlt mittels Lohneinbußen und hoher Arbeitslosigkeit artig die Kredite an Banken wie die Deutsche Bank zurück, die Griechenland nun nicht mehr zurückführen kann. Jeder hat nunmal sein Päckchen zu tragen. Das ist halt alternativlos.

Merkel ist die personifizierte Alternativlosigkeit

In Ihrer Partei sowieso. Denn die seit heute sechzigjährige Pfarrerstochter hat nicht nur ihre Konkurrenten sondern auch ihre Kronprinzen gnadenlos weggemobbt. Selbst Christian Wulff, der männliche Merkel sozusagen, konnte erfolgreich ins Amt des Bundespräsidenten und anschließend in den Orkus der Bedeutungslosigkeit katapultiert werden. Damit war er zumindest aus dem Weg.

Auch für die CSU ist Merkel eine Katastrophe. Niemand traut sich an Angie heran, nicht einmal Seehofer. Auch wenn er die Maut für Ausländer irgendwie durchsetzen konnte, so muss er froh sein, diesen Knochen von der großen Führerin hingeworfen bekommen zu haben. Denn obwohl sie im Fernsehduell mit Steinbrück versprach, es werde keine Maut geben, darf Dobrindt den vermutlich größten verkehrspolitischen Schwachsinn der letzten fünfzig Jahre versuchen umzusetzen. Gelingt es entgegen aller Erwartungen doch, wird es Merkel – natürlich als alternativlos – verkaufen. Gelingt es nicht, waren es halt die Bayern.

Mehr Autokratie wagen

So zumindest könnte der Leitspruch der Kanzlerin lauten. Die Bevölkerung wird überwacht? Macht ja nichts. Wer weiß denn, wozu das noch gut ist. Nur beim eigenen Handy, da wirkt Angie not amused. Vermutlich wäre Honecker auch nicht begeistert gewesen, wenn die Stasi ihn abgehört hätte. Aber: Honecker ist tot und Merkel erst sechzig.

All the dreams we held so close
Seemed to all go up in smoke
Let me whisper in your ear
Angie, Angie
Where will you (im Original ‚it‘) lead us from here?

– Angie, Rolling Stones 1973

Der Traum, den viele ihrer ehemaligen Mitbürger in der DDR hatten, nämlich in Freiheit und Würde zu leben, reisen zu können und vor allem nicht mehr von einem Staatsapparat überwacht zu werden, der ist tatsächlich in Rauch aufgegangen. Es gibt die NSA-Spionage, die Vorratsdatenspeicherung, die Bestandsdatenauskunft und demnächst auch noch INDECT. Aber so ist das eben bei vielen Menschen. Sie können einfach nicht aus ihrer Haut. Also, Angie: Wo führst Du uns hin?

Letzte Hoffnung Ruhestand

But, Angie, Angie
Ain’t it time we said goodbye?

– Angie, Rolling Stones 1973

Irgendwo habe ich gelesen, dass Angie in Erwägung zieht, ihr Amt aufzugeben, bevor sie eine Wahl verliert. Gut, das hört sich zwar so an, als wolle sie zurücktreten, wenn Holland Weltmeister wird. Aber es keimt ein wenig Hoffnung auf am Horizont. Immerhin haben wir ja jetzt die abschlagsfreie Rente mit dreiundsechzig.

 

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