Ich liebe Berlin wie einen Bruder oder einen guten Freund. Aber London, die bevölkerungsreichste Stadt der Europäischen Union kommt daher wie eine frivole Frau. Echt, laut, vielseitig, unvoreingenommen und ein wenig dreckig.

Das freundlichste Volk der Welt

Port of Dover
Port of Dover
Foto: © Alexander Geilhaupt

Die Briten haben uns etwas Entscheidendes voraus. Es ist die Freundlichkeit, die einem schon bei der Einreise offensichtlich wird. Und diese Freundlichkeit ist, nicht wie die der Amerikaner, aufgesetzt oder wirkt gar gezwungen. Sie ist echt. Sie ist eine Eigenschaft, die jedem Engländer, Waliser oder Schotten bereits in die Wiege gelegt wurde.

Wenn man wie ich auf dem Landweg und per Schiff nach England reist, bemerkt man das bereits im europäischen Hafen. Der Zollbeamte, das Vereinigte Königreich ist dem Schengener Abkommen nicht beigetreten, prüft kurz den Personalausweis um dann freundlich eine gute Fahrt und einen angenehmen Aufenthalt zu wünschen. Hin und wieder sogar auf Deutsch. Beim französischen Kollegen sucht man Freundlichkeit oder Multilingualität hingegen vergebens.

Bereits in Dover ist die Welt eine andere. Es ist nicht nur eine Stunde früher, denn hier gilt Greenwich Mean Time. Vielmehr wirkt alles gelassener. Selbst die Einweiser lächeln. Und sei es noch so spät.

Multikulti? Yes, please!

Petticoat Lane Market
Petticoat Lane Market
Foto: © Alexander Geilhaupt

Englands Hauptstadt taucht ganz plötzlich vor einem auf. Nachdem man die saftig-grüne, hügelige Landschaft Südenglands überquert hat, liegt sie da. Wie aus dem Nichts taucht sie auf. Und man kann schon von weitem den Duft wahrnehmen, der sich aus den unterschiedlichen Essensgerüchen der indischen, karibischen und Fish & Chips Buden generiert, die alle einträchtig nebeneinander liegen.

Denn in London funktioniert Multikulti im Gegensatz zu Deutschland ganz hervorragend. Der Unterschied liegt darin, dass die meisten Einwanderer den englischen Lebensstil annehmen und vor allem die Sprache sprechen. Selbst untereinander. Vor allem in den unzähligen kleinen Läden, die an der Commercial Street liegen, wird das offenbar.

St. Katharine’s Peer
St. Katharine’s Peer
Foto: © Alexander Geilhaupt

Die Engländer sind tolerant und sie sind relaxt. Wenn man im Yachthafen St. Katharine’s Peer direkt neben der Tower Bridge flaniert, fühlt man sich ein wenig an Südeuropa erinnert. In den unzähligen Restaurants und Bars gibt’s leckeres Essen und Kaffeespezialitäten.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Hotspots wie St. Tropez oder Ibiza, findet man hier weniger Prahlerei, dafür aber die schöneren Boote. Die Geissens wären hier mehr als fehl am Platze.

Es gibt aber noch einen entscheidenden Vorteil in London: Die Hipster hier tragen keinen Bart und ersparen uns und vor allem sich selbst die Peinlichkeit eines Backenflaums. Wunderbar.

Impressionen

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