Jonas hat es geschafft und ich habe auch nichts anderes erwartet. Die Probetage an der Deutsch-Englischen Schule am Amalienhof hat er gut überstanden und die dortige Schulleiterin freut sich schon darauf, meinen Junior aufzunehmen. Damit ist das Kapitel Askanier-Grundschule in Berlin-Spandau endlich überstanden. Und wir sind endlich wieder glücklich.

Eigentlich wollte ich über Jonas‘ Schule nichts mehr schreiben. Schließlich hat der Direktor meinen letzten Artikel gelesen, ihn ausgedruckt, in Jonas Akte gelegt und mir bedeutungsschwanger und mit ernstem Blick mitgeteilt, dass er jetzt meine publizistische Tätigkeit kenne. Dazu hat er das Jugendamt über das Verhalten meines achtjährigen Juniors unterrichtet und wir müssen uns dort nun erklären. Das ist zwar unangenehm, aber nicht problematisch. Und es zeigt die Hilflosigkeit eines Kollegiums, das mit einem, von der selbst erfundenen Norm abweichenden Verhalten, offensichtlich und hoffnungslos überfordert ist.

Ich bin froh, wenn Du weg bist!

Als Jonas seiner Englischlehrerin, Frau Schaban, voller Stolz erzählte, dass er bald auf eine neue Schule gehen würde, auf der man, wie in England, Schulkleidung tragen müsse und ganz viel Englisch lernen würde, überraschte sie ihn mit dem Kommentar, dass sie froh sei, wenn er weg wäre. Ich frage mich ernsthaft, wie man als ausgebildete Pädagogin gegenüber einem verunsicherten, achtjährigen Jungen, eine derartige Sprachdiarrhoe entwickeln kann. Von einer Lehrerin erwarte ich, trotz aller Antipathie, ein differenziertes und faires Verhalten. Jonas hat überhaupt nicht verstanden, warum eine erwachsene Frau so etwas zu ihm sagt. Der Kommentar seines Klassenlehrers lautete: „Die sind da ganz schön streng!“. Niemand wünschte ihm Glück oder tat zumindest so, als würde er sich für Jonas freuen. Stattdessen schlägt ihm Hass entgegen.

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Jonas musste sich schon „Geh‘ raus und heul doch“ oder „jetzt ist es zuspät für eine Entschuldigung“ anhören. Und der Direktor, Herr Berlin, drohte mit der Polizei. Nicht mir, sondern meinem Sohn nach einer Auseinandersetzung mit seinem Klassenlehrer.

Nach Monaten wieder ein Glücksgefühl

Endlich wieder glücklich
Endlich wieder glücklich
Die Probetage an der neuen Schule waren ein tolles Erlebnis für Jonas. Zum ersten mal nach Monaten, antwortete er mir auf meine Frage, wie es in der Schule war, mit einem breiten Grinsen: „Das war richtig cool!“

Mir schossen kurzzeitig Tränen in die Augen, als er mir voller Enthusiasmus von seinem ersten Tag erzählte.

Ab jetzt, und da bin ich sicher, wird Jonas wieder gerne zur Schule gehen.

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