Keine Sorge, es wird in diesem Artikel nicht um das ranzige „Die Grünen & die Pädophilie“-Thema gehen. Was grüne Hinterbänkler im letzten Jahrtausend getrieben haben, geht mir an meinem nicht vorhandenen Knackarsch vorbei. Es wird auch nicht vordergründig um die Homosexuellen-Ehe gehen. Denn die geht mir ebenfalls am Arsch vorbei, soll doch heirateten wer will, mir vollkommen egal. Ich gönne es den Homosexuellen sogar, die vielen Vorteile, die eine typische deutsche Ehe so mit sich bringt, auszukosten. Scheidung zum Beispiel, Unterhaltszahlungen an Partner, die ganz plötzlich bedürftig werden, Sorgerechtsstreitereien und so weiter und so fort. Dafür geht es um die Heuchelei und die Intoleranz der Anhänger der GRÜNEN.

Vorgestern stimmte Irland bekanntlich für die sogenannte Homo-Ehe ab. Homo-Ehe? Wartet mal bitte kurz …

Sorry, bin kurz weggenickt. So weit, so uninteressant. Für mich zumindest. Für DIE GRÜNEN dagegen, ist es ein großes Thema. Kommen wir kurz zu der Frage, wer DIE GRÜNEN eigentlich wählt. Umweltschützer? Ach was! DIE GRÜNEN haben die Umweltschutzbewegung längst verraten, siehe „Stuttgart 21“. Friedensaktivisten? Ach was! DIE GRÜNEN haben die Friedensbewegung längst verraten, mit den GRÜNEN zog Deutschland erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wieder in einen Krieg, siehe Jugoslawien in den 90ern. Linke? Ach was! DIE GRÜNEN haben die Arbeiterbewegung längst verraten, siehe Hartz 4.

Die GRÜNEN werden (um mal Berlin als Beispiel zu nehmen) von Besserverdienenden im Prenzlauer Berg gewählt, und – das wird Einige vielleicht überraschen – von Migranten-Töchtern und –Söhnen in Kreuzberg. Diese beiden Gruppen passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Und auf den zweiten schon mal gar nicht.

Die mittelalterliche Machokultur, die vielen Migranten inne wohnt, passt zu den GRÜNEN wie George Clooneys Schwanz in Claudia Roths Pussy. Das ist den GRÜNEN bislang nur noch nicht aufgefallen. Leiden mussten unter dummen Anmachen und nervigen Belästigungen von Teilen der Migranten ja nur die deutschen Frauen, die in Problembezirken wohnen, wie zum Beispiel in Berlin-Neukölln. Und weil die nicht klassisch grün wählen, waren – und sind – sie für die GRÜNEN kein Thema.

Seit gestern hat sich der Wind gedreht. Seitdem Migranten, der Homosexuellen-Ehe wegen, die Facebook-Seite des grünen Bundesvorsitzenden Cem Özdemir, dem ersten Bundestagsabgeordneten mit türkischen Eltern, mit einem Sturm aus Scheiße beschmutzen, sind Migranten für die Anhänger der GRÜNEN plötzlich ganz, ganz böse Menschen geworden! Ist DAS nicht köstlich? Ja, finde ich auch.

Wollen wir uns das mal näher anschauen? Ja, wollen wir.

Hier nun ein Best of des Kampfes der Kulturen. Die Grammatikfehler, die es sowohl bei den Migranten, als auch bei den Anhängern der Grünen zuhauf gibt, habe ich nicht verbessert.

Wir beginnen unsere kleine Reise durch Absurdistan auf der Seite von Volker Beck, dem innenpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion. Dort spricht sich ein Hans Schmidt-Schulze doch glatt, hört, hört, für die Ausweisung von Migranten aus:

Auf der Facebook-Seite von Cem Özdemir hetzen grade viele unserer muslimischen „Mitbürger“ massiv gegen Homosexuelle.
Was spräche dagegen, all die intoleranten Migranten ausweisen?
Solchen, die bereits eingebürt wurden, sollte die dt. Staatsangehörigkeit umgehend wieder entzogen werden, da sie unsere rechtsstaatlichen Grundsätze missachten.

Darauf muss sich Gala Zederblom beinahe übergeben. Allerdings nicht, weil Hans Migranten ausweisen lassen will:

Das kann ich nur bestätigen, mit den Hasskommentaren. Es ist zum Kotzen.

Geht schon gut los, nicht wahr? Wird noch besser. Lasst uns weiterziehen. Nun befinden wir uns auf der Facebook-Seite von Cem Özdemir. Auch hier läuft die Party unter einem Post über die Abstimmung zur Homosexuellen-Ehe.

Ein Migrant der sich Dü Zg Ün nennt schreibt:

Homo-Ehe sollte Weltweit verboten werden

Das möchte Marco Schnabel nicht so stehen lassen.

Es sollte verbotene sein Menschen mit solchen idiotischen homophobischen Meinungen in Deutschland labbern lassen.

Klaus Blees versucht das Thema in einem größeren Zusammenhang zu sehen:

Aber es zeigt sich eben, dass „Islamophobie“ keine Phobie, sondern etwas sehr Begründetes ist.

Worauf ihm Hirnkomapatient Melik Dogru direkt eine weitere Steilvorlage gibt:

Fürher dachte ich ernsthaft Cem ist ein Vorbild. Heute denke ich: Tschäm ist ein Vollidiot, der die Gesellschaft zerstören will!

Katch Nazar, einer der wenigen Migranten, der für die Homo-Ehe ist, lässt an seinen eigenen Wurzeln kein gutes Haar:

Herr Özdemir,
lassen Sie sich von diesen geistig minderbemittelten Kommentaren nicht unter kriegen. Diese Menschen heiraten traditionell ihrer schwester, wie ihre Vorfahren.

Hakhan Gündoğdu, auch eher ein Blödmannsgehilfenanwärter, findet, dass es in Deutschland wichtigere Dinge als die Homo-Ehe gibt und scheint zu glauben, dass sich Politiker immer nur um ein Problem zur Zeit kümmern könnten:

kümmert euch um euren kramm, in deutschland gibt es mehr als genug probleme.

Worauf der lupenreine Demokrat Nils Gerster, für „National befreite Zonen“ einzutreten scheint:

Schwirr´ ab und geh´ in ein antidemokratisches Land wie Russland oder den Iran, wenn Du mit Menschenrechten ein Problem hast.

Die geistige Minimalkonfiguration Altınordu Devleti sagt:

Nein zu Homoehe, die sollen sich lieber therapieren.

Solche Sätze machen Klaus Blees Angst:

Islamophobie gibt es allerdings nicht, sondern sehr begründete Ängste vor diversen Spielarten des Islam.

Worauf Bananenbieger Savas Saray überall Pädophile sieht: „Homo-Ehe,Inzucht-Ehe, Kinder-Ehe , was ihr nicht alles verlangt ?“

Da muss direkt noch mal Nils Gerster, der wahrscheinlich demnächst bei PEGIDA mitmischen wird, ran:

Inzuchtehe, Kinderehe? Das kennt man doch aus patriarchalischen und antidemokratischen Gesellschaften des Nahen und des Mittleren Ostens bestens.

Und auch Cem selbst bekommt mächtig Gegenwind. Fuat Bayram, bei dem schon wieder die Batterien seines Hirnschrittmachers ausgefallen sind, ruft ihm zu:

dschäm, wer sich erstmal in den arsch ficken lässt, hat das recht, dass maul aufzureissen. natürlich falls das maul noch frei ist.

Das reicht Wolfgang Derr:

Wem das nicht gefällt egal ob Deutsch oder Nicht, der sollte drüber nachdenken in Länder zu ziehen in denen Schwule gehenkt werden, untreue Frauen gesteinigt werden etc.

Und IQ-Abstinenzler Hakan Aydemir kennt sich auch gut aus in der Welt:

Ich kenne kein einziges kurdisches Männerpaar. Als schwuler Kurde würde die eigene Familie beide abknallen!

Selbstverständlich konnte auch ich mich nicht zurückhalten. Der Nils Gerster brachte nämlich plötzlich „Nazis“ und Migranten durcheinander, worauf ich ihm fragte:

Nils, seit wann kann ein Mensch, der Melik Dogru heißt, ein „völkischer Depp“, ein „Reichsbürger“ usw. sein?
Der Mann hat einen Migrationshintergrund. „Multi-Kulti“ und so. Wolltet ihr doch immer. Nun kommt auch damit klar und jammert nicht. Das sind die Geister, die IHR gerufen habt.
IHR habt die Probleme, die Migration einer Mittelalter-Kultur automatisch mit sich bringt, jahrzehntelang geleugnet. Und NUN, wo es Homosexuelle trifft, schreit ihr plötzlich.

Heuchler seid ihr. Ist halt so.

Viel Spaß noch mit den Jungs!

Man muss kein Wahrsager sein, um zu wissen, was darauf direkt aus einem irgendwie muffig riechenden Keller geholt wurde. Die Nazikeule. Ganz genau. Plötzlich war ICH der Nazi! Der „Hobby-Nazi“, der „IS-Kämpfern ideologisch in absolut nichts nach“ steht, ein „dreckiger Menschenverächter“ (Nils Gerster).

Herrlich, einfach herrlich! Gerade ich. Der Sohn eines Opfers des „Nationalsozialismus“.

Aber so sind sie, die Anhänger der GRÜNEN: Zerebral minderbelüftet, intolerant bis zur Schnappatmung und irgendwie auch furchtbar langweilig. Kein Wunder, dass ich deren Frauen aus dem Prenzlauer Berg so oft gevögelt habe, weil die ihre enthirnten Männer nicht mehr ertragen haben.


Über Oliver Flesch

Oliver Flesch wuchs in Hamburg zwischen (Flug)hafen und Reeperbahn auf. Ließ sich in den 90ern von den Popliteraten des Tempozeitalters beeinflussen und hat sich seitdem ganz bewusst nicht weiterentwickelt.

Seine Rockbiografien „Let The Good Times Roll“ und „Wer einmal tief im Keller saß“ lassen sich käuflich erwerben.

Er hat zwei Söhne und lebt in Berlin.

Gute Leute über Oliver Flesch

„Das ist keine Poesie, das ist das Bekennerschreiben eines Losgelösten.
Das ist so romantisch wie die Schiffsschraube, die einen kleinen Delfin zerhackt. Aber ein Entziehen ist unmöglich, weil so die Schönheit der erzählbaren Augenblicke einfach so vorbeigleiten würde.
Lesen, Gesindel, Lesen!!!”
Dirk Bernemann / Anti-Popper / „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“

„In raren Momenten des zweifelnden Selbsthasses, erkenne ich mich als kaputten Macho mit mehr Ehrenrespektscheißdenke als der dümmste Türke. Mein Macho-Bruder Oliver Flesch ist definitiv noch kaputter in der Birne, leider schreibt er auch noch besser. Pech für mich, gut für seine Leser.“
Götz Schrage / Schwindler & Lieblingsschreiber / „Der Schwärmer“

„Sauber, Alter.“
Helge Timmerberg / Held & Vorbild / „Der Jesus vom Sexshop: Stories von unterwegs“

„Ahoi Gevatter Fick (wie gefällt dir dein neuer Spitzname..?)!
Ernsthaft, wollte Dich nicht beleidigen, hoffe, mein Respekt kommt durch, Du bist einer der wenigen, die mit so etwas wie sexueller Autorität sprechen.“
Bernd Begemann / Popstar der Herzen / „Was macht Miss Juni im Dezember?“

„Mensch Olli, Du kannst schreiben, Respekt!“
Olli Schulz / Popstar / „Koks & Nutten

„Cooler Text! Aber nächstes Mal: Selber lesen, nicht lesen lassen!“
Ben Becker / Schauspieler / Nach einer gemeinsamen Lesung

Sehr süffig!
Frank Thadeusz / SPIEGEL / Über mein erstes Buch „Let the good times roll!“

Haste gut gemacht, du Arschloch!
Gunter Gabriel / Geschichtenerzähler / Über seine Biografie, die ich schrieb

„Flesch lebt, was er schreibt. Er schreibt, wie er lebt. Er ist ein Lebemann. Einer der, und das unterscheidet ihn von all den Playern da draußen, am Ende nur die Eine sucht.“
Michael Ammer / Partykönig

Weiß nich’. Muss ich lesen. Schick’s mir.“
Marc Fischer / Held der Schreibe / Kurz vor seinem Tod, auf die Frage, ob er mir für mein nächstes Buch eine Widmung schreibt.

So, so, du bist also ein böser Junge.“
Bushido / Karel Gotts Bro

Das ist mir zu blöd. Versuchen Sie’s bei Friedmann.“
Henryk M. Broder / Gescheiterte Interview-Anfrage meinerseits.

„Flesch hört Doo Wop und Country. So etwas bringen nur Hardcore-Melancholiker.“
Dirk Darmstädter / Popstar der 80er / „Brand New Toy“

„Man unterstellt Oliver Flesch viel zu leichtfertig, dass es vor allem die authentische Kenntnis über die diversen Milieus, über die er schreibt, sei, mit der er eine so große Aufmerksamkeit erzeugt. Natürlich ist er ganz der polarisierende Storyteller, der Narrator, der die Fiction aus biografischen Erfahrungen generiert. Und natürlich ist die Quintessenz die Reaktion des Publikums. Das ist sogar ein ganz wesentliche Programmpunkt seines Schaffens. Warum auch nicht? Niemand hat behauptet, das dieser Blog keine scharfen Polemiken, keine hämischen Spitzen, keine Übertreibungen, sondern ausschließlich konsensfähige Lebensansichten, gut gemeinte Beziehungsratgeber oder drollige Gute-Nacht Geschichten enthält. Und: Niemand hat behauptet, Oliver Flesch muss sich reumütig rechtfertigen für einen Lebensstil, den die meisten vielleicht selber gerne ihren eigenen nennen würden. Wenn sie denn könnten. Ganz im Gegenteil. Vieles treibt er, gerne und oft, auf die Spitze, in die letzten Millimeter Überholspur, die noch bleiben,  niemals zotig, und niemals ohne ein subtiles Lächeln, selbst wenn er gerade die dreckigsten Winkel dieser Dekade auslotet.

Dabei ist Flesch, man sollte sich das in aller Klarheit verdeutlichten, ein Könner und souveräner Stilist. Vielleicht der Hemingway des modernen Zeitalters, der viril und mit lakonischer Macho- Gelassenheit den schmutzigen Seiten des Lebens, die er oft mit dem (manchmal auch weinenden) Auge eines Poeten besieht, gegenüber steht. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, und das können nur wenige Blogger in Deutschland für sich in Anspruch nehmen. Etwas Mediales, etwas Neues zu erschaffen, etwas, in dem sich Sex, Liebe, Musik und eine gute Prise Humor zu einem investigativen Happening kanalisieren, bei dem die Interaktion mit dem Publikum das Wichtigste wird.

Ich würde seinen speziellen Mix Blog noir taufen, nicht, weil Oliver Flesch düstere Belanglosigkeit propagiert, sondern weil er in der Tradition, wenn auch in modifizierter Weise (und auch schräger) der „schwarzen Serie“ steht: Der einsame Expressionist des Dark-Rooms, der Raymond Chandler der spontanen Gruppensex-Orgie, der Mann mit Hut, der des Nachts rauchend an der Straßenecke steht und auf neue Erfahrungen wartet, die ihn dort abholen. Vielleicht schon im nächsten Taxi?“
Stiff Chainey / Kulturpessimist / „White Trash Voodoo”


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