Die Zeiten, in denen alle vor Ehrfurcht erstarrten, wenn Angela Merkel den Raum betrat, scheinen, bis auf den Auftritt bei Anne Will, vorbei zu sein. Selbst der Staatsfunk zeigt Bilder, auf denen die Kanzlerin als verschleierte Muslima zusehen ist, die Parteibasis brodelt und die Schwesterpartei CSU übt den Aufstand. Der Unangreifbaren geht die Luft aus und es offenbart sich endlich ihre staatsfrauliche Inkompetenz.

Derzeit erlebt Deutschland ein Paradoxon. Obwohl die Zeiten schlechter werden, werden sie besser. Denn endlich wird dem Michel klar, dass die Frau, die er bisher drei Mal an die Spitze des Staates gewählt hat, mit ihrem Rumgemerkel an ihre Grenzen gestoßen ist.

Zwischen 150.000 und 250.000 Menschen protestierten am Wochenende gegen TTIP, CETA und TISA und damit gegen das Ziel des Merkel-Regimes, die Verhandlungen zu den umstrittenen Abkommen zügig zu Ende zu bringen. Wer glaubt, in Berlin wären nur Verschwörungstheoretiker anwesend gewesen, der irrt. Vom DGB bis zum WWF engagieren sich mehrere durchaus seriöse Institutionen gegen das Freihandelsabkommen, das Europa zwar nicht unbedingt Chlorhühnchen und Hormonfleisch bringen, dafür aber europäische Arbeitsplätze kosten wird.

Diese Demonstration zeigt aber auch deutlich, dass es Merkel nicht mehr gelingt, mit ein paar einlullenden Worten ihr Land, das ja irgendwie nicht mehr so ganz das Ihre ist, hinter sich zu bringen. Die Menschen in Deutschland verlieren das Vertrauen in ihre Kanzlerin.

Doch Merkel hat noch ein viel größeres Problem, als Strafanzeigen und munter schwindende Beliebtheit. Sollte sie – wie kolportiert – im Laufe der Legislaturperiode zurücktreten, um einem Nachfolger Platz zu machen, könnte man das durchaus als Weglaufen deuten, denn sie hinterlässt ein Land im Chaos.

Kommentar verfassen