Ich bin ja Aluhutträger, manchmal zumindest. Doch warum haben so viele Menschen, vor allem aus den Medien, so wenig übrig für uns Verschwörungstheoretiker? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Folgendes Interview mit mir selbst habe ich vor kurzem geführt. Es wird Eure Angst nehmen. Versprochen.

Was sagst Du zur Querfront?

Natürlich haben die westlichen Eliten Angst vor der Querfront. Denn damit wird das uralte Herrschaftsprinzip divide et empera gefährdet. Bekämpft sich also das Volk nicht gegenseitig, könnte es anfangen, nach oben zu schauen. Und gegen aufgebrachte Bürger helfen weder Waffen noch Panzer.

Ich höre schon jetzt Antiamerikanismus!

Antiamerikanismus jemanden vorzuwerfen, der die – in meinen Augen – klar erkennbare geopolitische Strategie der USA kritisiert, ist lediglich eine Keule. Denn die USA sind, von der Verfassung her, ein großartiges Land. Ebenso ist es falsch, jemanden als antisemitisch zu bezeichnen, der die Politik Israels kritisiert.

Gegen die Banken bist du auch, näch?

Das, was landläufig als Finanzmafia bezeichnet wird, ist doch tatsächlich existent. Der ESM beispielsweise verlagert das unternehmerische Risiko der Finanzindustrie auf die Schultern der europäischen Steuerzahler. Ich bin der Überzeugung, dass Banken pleite gehen dürfen und sogar müssen, wenn sie Kredite an faktisch insolvente Kunden – in diesem Fall die Krisenländer der EU – vergeben. Jede Sparkasse arbeitet gewissenhafter. Interessant ist auch das Giralgeld, das es Banken erlaubt, das zehnfache seines Eigenkapitals zu verleihen. Jede Bank wäre bei einem Bankrun sofort zahlungsunfähig. Sie könnte ihre Kunden nicht einmal zu 10% auszahlen. Unfassbar eigentlich.

Wer ist verantwortlich für die Eurokrise, die USA?

Die Eurokrise kommt den USA in der Tat sehr gelegen. Ein starker Euro birgt die Gefahr, eines Tages den Dollar als Leitwährung abzulösen. Würden Länder wie China ihre Währungsreserven von Dollar in Euro tauschen, gäbe es eine Dollarschwemme und damit eine massive Inflation in allen Ländern, in denen der Dollar offizielle Währung ist. Eine Katastrophe für die USA. Das gleiche gilt für den Fall, dass Rohstoffe in Euro gehandelt würden. Warum also sollten sich die USA nicht gegen einen starken Euro engagieren? Wäre ich Amerikaner, dann würde ich genau das tun.

Also bist Du ein Putinversteher!

Putin ist ein Autokrat. Ich möchte nicht in Russland leben, denn da könnte ich meine Kritik am System und an unserer Administration (ich nenne es Merkelregime) nicht so offen äußern. Aber ich kann ihn verstehen. Nicht was seine Innenpolitik angeht, sondern was seine Geopolitik angeht. Natürlich möchte er nicht, dass sich die NATO immer mehr erweitert und natürlich möchte er nicht, dass der Westen vor seinen Toren Militärbasen errichtet. Und der vom Westen massiv unterstütze Regimechange in der Ukraine hat seine Geopolitik massiv bedroht. Objektiv betrachtet kann ich sein Verhalten in der Ukraine problemlos nachvollziehen. Man stelle sich vor, das Ganze wäre in Mexiko passiert und die Russen hätten mit einem Assoziierungsabkommen mit den Mexikanern gleichzeitig militärische Zusammenarbeit und Militärbasen vereinbart.

Und wenn ich den Aluhut jetzt noch ein wenig tiefer ins Gesicht ziehe, dann wird mir auch klar, warum Putin plötzlich wieder unser Feind ist. Russland ist ein riesiger Markt und besitzt immense Rohstoffvorkommen. Nur ohne Zugang für westliche Eliten. Ein Sturz Putins und ein Regime nach Vorstellung des Westens, würde hier Abhilfe schaffen.

Na klar, und Mutti ist fremdgesteuert, was?

Das Merkelregime als Büttel Waschingstons zu bezeichnen, ist nicht weit hergeholt. Ich erinnere nur an das Abhören des Kanzlerhandys, bei dem es nicht einmal eine offizielle Protestnote gab. Dazu die Sanktionen gegen Russland, die vor allem der deutschen Wirtschaft schaden. Dazu die bedingungslose Kooperation zwischen BND und NSA, bei der wir gegen unsere eigenen Interessen spioniert haben. Das G10-Gesetz erlaubt es den Aliierten noch immer, unsere Verfassung zu missachten. Das ist einfach unendlich peinlich und eines souveränen Staates nicht würdig.

Jetzt fehlt noch die Lügenpresse

Unsere Medien sind vom reinen Informationslieferanten längst zu Meinungslieferanten geworden. Die Willkommenspolitik der Kanzlerin wird hochgejubelt und jeder, der das anders sieht, als Nazi beschimpft. Das ist vielleicht etwas überspitzt gesagt, aber im Grunde Usus. Dass die Medien so agieren, ist völlig logisch. Denn kommt Ihnen die Meinungs- und Deutungshoheit abhanden – und das Internet ist auf dem besten Wege, das zu tun – verlieren sie ihre Existenzberechtigung. Ich empfinde jedes Video von Jung & Naiv um einiges informativer als die Tagesschau, bei der ich niemals mitbekomme, dass Frau von der Leyen nicht einmal die Frage nach der militärischen Strategie in Syrien beantworten kann. Und falls ihr es nicht wisst, diese Frau ist Verteidigungsministerin.

Dazu kommen gefälschte Berichte über Flüchtlinge in der ARD, die irgendwann kleinlaut eingeräumt werden. Dass dann jemand Lügenpresse sagt, ist ebenfalls eine logische Folge.

Das ist doch alles rechts, was Du sagst!

Ich liebe die Freiheit. Ich will keine Vorratsdatenspeicherung, keine Bestandsdatenauskunft und am liebsten das Meldegesetz abschaffen. Mir als professionellem Aluhutträger auch nur in irgendeiner Weise rechtes Gedankengut zu unterstellen, ist hanebüchen.

Also, wie ihr seht, bin ich systemkritisch, hinterfrage viel und bilde mir dann eine Meinung. Natürlich ohne RT, das so viel Propaganda sendet, wie das ZDF in der Ukrainekrise. Doch die Medien machen aus mir, dem intellektuellen Regimekritiker, einen tumben und dummen Putinfan, der denkt, die Amis würden alles steuern und die NSA würde uns alle überwachen. Ach ne, Letzteres hat sich ja als Wahrheit herausgestellt. Verdammt, eine Verschwörungstheorie weniger.

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