Es ist schon erstaunlich, wie die Mainstreammedien versuchen, aus einer klaren Ohrfeige für Angela Merkel einen Sieg für ihre Flüchtlingspolitik herbeizuschreiben. Lediglich Horst Seehofer scheint in seiner Analyse nüchtern genug zu sein und spricht von tektonischen Verschiebungen.

Die Flüchtlingspolitik des Merkelregimes wurde gnadenlos abgestraft. Die AfD zieht zweistellig in drei Landtage ein, in Sachsen-Anhalt wird sie aus dem Stand zweitstärkste Partei. Und trotzdem verkünden mir die Moderatoren von Phoenix, ARD und ZDF, dass die Siegerin dieser Landtagswahlen Angela Merkel heißt. Als Argumentation gilt, dass sich mit Dreyer in Rheinland-Pfalz und Kretschmann in Baden-Württemberg ausgerechnet zwei Merkelversteher durchsetzen konnten.

Auch Sebastian Dettmer, immerhin studierter Politologe, versuchte mich in einer Diskussion davon zu überzeugen. Doch was die Analysten dabei völlig ausblenden, oder nicht wahrhaben wollen: Die AfD erhält die meisten Stimmen von den Nichtwählern und von der CDU. Natürlich haben Julia Klöckner und Guido Wolf versucht, sich ein bisschen von Merkel zu distanzieren. Doch gebracht hat es nichts, weil es vor allem unglaubwürdig war. Reiner Haseloff hingegen war nicht nur irgendwie und ein bisschen gegen die merkelsche Politik, sondern hat sich klar positioniert – und blieb stabil.

Eine klare Abwahl des Merkelregimes

Das beste Beispiel für eine Abwahl der aktuellen Flüchtlingspolitik sind ausgerechnet die GRÜNEN. Obwohl Kretschmann mit Landesvaterbonus in Baden-Württemberg seine Partei zur stärksten Fraktion machen konnte, so profitierte er doch vor allem vom Desaster der CDU, die über 12 Prozentpunkte verlor. Auch die SPD verliert dramatisch. Schaut man sich die Wählerwanderung im Ländle an, dann wird klar, dass die AfD vor allem von der CDU erhebliche Stimmengewinne verzeichnet.

In Rheinland-Pfalz verlieren die GRÜNEN dramatisch. Das Abschneiden der Multi-Kulti-Partei, die voll auf dem Kurs der Kanzlerin liegt, zeigt deutlich, dass dies beim Bürger auf Widerstand stößt.

Wirklich nur Protest?

Vor allem die CDU hat ein Problem mit der AfD und die SPD dürfte frohlocken. Denn die AfD könnte sich, analog zur LINKE, zu einer echten Alternative für enttäuschte Konservative entwickeln. Jedenfalls dann, wenn sie die Scharfmacher wie Höcke loswerden kann. Professor Dr. Jörg Meuthen, Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, wird die Union im Ländle mehr als nur nervös machen. In ihm hat die AfD einen äußerst smarten und sympathischen Konservativen, der die junge Partei weiter deradikalisieren und in die Mitte manövrieren könnte. Für die CDU ist das der absolute Alptraum.

Kommentar verfassen